Aleister Crowley – Okkultist mit Herzmuskelschwäche

Aleister CrowleyVielleicht hat man die Erwartung, dass ein weltbekannter Okkultist, der für eine Menge Skandale gut war, einen spektakulären Tod sterben müsste. In der Sache Aleister Crowley war es aber schlicht und ergreifend eine Herzmuskelschwäche. Man kann sogar sagen, eine altersbedingte Herzschwäche. Der Mann war 72 und hatte ein ausschweifendes Leben mit Drogen, Alkohol und sexuellen Eskapaden gelebt. Viele Aspekte seines turbolenten Lebens lassen sich nach seinem Tod in diversen Chroniken nachlesen. Die wichtigsten Stationen deckt eine Serie ab, die treffender nicht sein könnte: die Aleister Crowley Serie – in Gänze zu finden über das Internet.

Die Bedeutung Aleister Crowleys für die Esoterik

Die magische Anziehungskraft, die diesem Mann anhaftete, ist aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar. Damals aber galt ein Mann, der sich als Antichrist bezeichnete und Okkultist wurde, als Paradiesvogel und Provokateur. Der Brite war Mittelpunkt einer wachsenden esoterischen Szene, in der es um Geheimgesellschaften, Sexualmagie und geheime Rituale ging. Drogen und rauschhafte Zustände waren in diesem Kontext fast normal zu nennen. Weniger bekannt ist, dass der bekannte Okkultist auch Bergsteiger und Schriftsteller war. Er war ein umstrittener und widersprüchlicher Mann, der seinem Herzen keine Schonung angedeihen ließ. Sein Leben liest sich wie eine phantastische Expedition in die Unwirklichkeit. Trotzdem war Crowley in seiner Zeit ein einflussreicher Mann, der viele in seinen Bann ziehen konnte. Er wusste, wie man mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bis heute ist sein Ruhm in verschiedenen Subkulturen – unter anderem der Rockmusik – und in der der esoterischen Szene nicht verblasst. Immer wieder beziehen sich Texte der Rockmusik auf Crowley-Versatzstücke oder Symbole. Der Mann, der sich zum Weltlehrer proklamierte, starb einsam und von allen verlassen an einer Herzmuskelschwäche. Das Ende des Okkultisten war unspektakulär – ein Kontrapunkt zu allem, was sein Leben ausgemacht hatte. Crowley selbst kommentierte das auf dem Sterbebett mit den überlieferten Worten „Ich bin überrascht“.

Tod mit Nachwirkungen: Crowleys Einfluss auf esoterische Ebenen

Dass Aleister Crowleys Wirken heute noch Bedeutung für manche Menschen hat, muss einen Wunder nehmen. Zu widersprüchlich, zu phantastisch und sprunghaft waren seine Eskapaden. Er interessierte sich für Magie und Politik, unternahm anspruchsvolle Bergbesteigungen im Himalaya, gründete verschiedene Orden und war als Spion des dritten Reiches tätig. Als Ordensführer war Crowley aus konventioneller Sicht denkbar ungeeignet. Seine Faszination muss in seinem Charakter und seiner Ausstrahlung gelegen haben. Nicht zu unterschätzen ist auch der damals herrschende Zeitgeist, der immerhin den Hintergrund all seiner Proklamationen und Aktionen bildete. Heutzutage würde man Crowley vielleicht als Konzept- und Performancekünstler oder Guru ansehen – jedenfalls wenn man ihn überhaupt ernst genommen hätte. Wer einmal davon geträumt haben soll, okkulter Berater Hitlers zu werden, war definitiv ein eigenwilliger Auswuchs der Esoterik.

Foto: Wikimedia Commons

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