Atriumseptumdefekt – ASD

Der Atriumseptumdefekt, abgekürzt ASD, gehört zu den Herzfehlern, die häufig auftreten. Betroffene Patienten sind doppelt so viele Mädchen wie Jungen (Kinder). Beim Atriumseptumdefekt handelt es sich um ein Loch in der Scheidewand zwischen den beiden Vorhöfen, das an verschiedenen Stellen lokalisiert werden kann. In der Folge ist hämodynamisch das rechte Herz zu stark belastet, weil nicht nur das Blut aus den Körperschlagadern in die Lunge gepumpt werden muss, sondern es außerdem Blut aus dem linken Herzen bekommt, das schon mit Sauerstoff angereichert ist. Dieses Blutgemisch wird dann erneut in die Lunge gepumpt. Dadurch kommt es in der Folge zu einer Rechtsherzschwäche und zu einer Überflutung der Lunge. Der Atriumseptumdefekt tritt nicht immer zusammen mit anderen Fehlbildungen des Herzens auf.

Ich selbst hatte einen ASD, der erst im Laufe des 44. Lebensjahres diagnostiziert wurde. Vorher gab es seit meiner Jugend immer wieder, mal intensivere, mal weniger, so genannte „Herzprobleme“. Mal mit stechenden Schmerzen, mit zunehmendem Alter eher durch Müdigkeit eingeschränkte Lebensqualität in Form von Lustlosigkeit und anderen Faktoren.

Es begann als ich 38 Jahre alt war mit urplötzlichem Einsetzen von Herzrhythmusstörungen (ausführliche Infos auf meiner Seite zu Herzrhythmusstörungen) in Form von Extrasystolen und Vorhofflimmern. Darauf wurde ich im Herzzentrum Berlin in der Erwachsenen Abteilung stationär behandelt und später mehrere male ambulant untersucht. Man bekam das Vorhofflimmern mit Medikamenten in den Griff und ich dachte, damit sei die Sache erledigt. Einige Jahre später traten die Probleme wieder auf, jetzt verstärkt mit Extrasystolen. Ein Bekannter riet mir zum Besuch des Kinderherzzentrum Berlin, damals noch unter Leitung von Professor Lange. Lange ein stattlicher Mann mit sehr einnehmendem Wesen, damals ca. Mitte 60 Jahre alt, kümmerte sich sehr intensiv um mich. Interessant war, dass dieser Mann nur barfuß unterwegs war, also mit Anzug, Krawatte, weißem Chefarztkittel und ohne Schuhe und Strümpfe.

Lange und ich mochten uns von Anfang an, und obwohl ich kein Privatpatient war, genoss ich gewisse Privilegien die wohl mein bekannter Freund für mich „ausgehandelt“ hatte. Ich bekam Einzelzimmer und entsprechende Behandlung. Aber erst mal begann die Geschichte im Juli 2001 bei der Untersuchung im Kinder Bereich des Deutschen Herzzentrum Berlin. Prof. Lange und mehrere Oberärzte untersuchten mich sehr genau ca. 4 Stunden. Also nicht eine einfache oberflächliche Untersuchung wie in der Vergangenheit beim Erwachsenen Herzzentrum, obwohl im gleichen Haus gelegen.

Nach 4 Stunden hatte man dann festgestellt, dass ich ein 3,5 cm großes Loch im Herzen hatte. Für mich ein Schock. Ich erinnere noch an Langes Antwort, als ich ihn fragte, wie schlimm denn diese Erkrankung sei. Er sagte wörtlich: „Matthäi ist noch nicht am letzten, aber in Sicht“, eine klare Ansage also, nicht mehr lange mit einer OP zu warten. Ich solle mir ein Datum aussuchen, sagte Lange und ich wählte den 30. Oktober. Ich fuhr nachmittags ins Herzzentrum, dort begannen die üblichen Untersuchungen und die OP wurde für den nächsten morgen zwischen 8 und 10 Uhr angesetzt. Das dies dann alles nach hinten verschoben werden musste, ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht einmal erzählen werde. Angesetzt war die OP, bei der mit einem Katheder ein Schirmchen eingesetzt werden sollte, auf ca. 1 bis 2 Stunden. Als ich aus der Narkose erwachte, erzählte man mir dass sie fast 6 Stunden an mir herum gebastelt hätten, weil das Schirmchen einfach nicht halten wollte, sie es aber letztlich dann doch geschafft hätten.

Ich blieb dann noch einen Tag im Krankenhaus mit Druckverband in der Leiste und am nächsten Tag ging es dann nach Hause.

Hier werde ich dann bald mehr berichten…, wer vorab schon mal mehr von mir wissen möchte, kann mich über das Kontaktformular anschreiben.

Krankheitssymptome beim Atriumseptumdefekt

In den ersten Lebensjahren sind meistens keine Symptome erkennbar. Nur in wenigen Ausnahmefällen bildet sich schon bei Säuglingen eine Herzschwäche aus. Häufige Bronchitis und Lungenentzündung können jedoch Hinweise auf ASD sein.

Erst im Erwachsenenalter kommt es zu einer Rechtsherzschwäche, die sich mit verminderter Belastbarkeit, erschwerter Atmung und mit Herzrhythmusstörungen bemerkbar macht. In wenigen Fällen kommt es durch sich absetzende Thromben im Gehirn zum Schlaganfall.

Als Folge der schlechten Sauerstoffversorgung kann es im Krankheitsverlauf zu einer Blausucht kommen. Eine Operation ist in diesem Stadium der Krankheit nicht mehr möglich. Dann kann nur noch eine Herztransplantation helfen.

Diagnose von ASD

Oft wird bei Kleinkindern im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ein ungewöhnliches Herzgeräusch festgestellt. Bei weiterer Diagnostik mit Echokardiographie, EKG und Röntgen kann der Atriumseptumdefekt dann schon diagnostiziert werden. Ist der Befund nicht eindeutig, werden Herzkatheteruntersuchungen veranlasst, um Klarheit zu bekommen.

Die Untersuchung mit dem Herzkatheter kann unter Umständen auch schon die Therapie sein, weil es möglich ist, während dieses Eingriffs den Defekt zu verschließen. Besteht diese Möglichkeit nicht, empfehlen die Herzspezialisten einen operativen Eingriff im Alter von zwei bis fünf Jahren. Je früher der Eingriff erfolgt, desto besser kann man weitere Schädigungen des Herzmuskels vermeiden.

Eine Operation erfolgt nach Öffnung des Brustkorbes unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. Postoperativ müssen die betroffenen Kinder über einen sehr langen Zeitraum regelmäßig blutverdünnende und Thrombosen vermeidende Medikamente einnehmen. Nachkontrollen finden in regelmäßigen Abständen statt.

Erfolgsaussichten

In der Regel verlaufen sowohl die Herzkathetermethode als auch die Operation am offenen Herzen erfolgreich und komplikationslos, sodass die Kinder schon nach drei Wochen wieder in die Kita oder die Schule gehen können. War das rechte Herz bereits geschädigt, weil die Krankheit zu spät diagnostiziert wurde, kann es sein, dass Betroffene Herzrhythmusstörungen haben werden.

Foto: © Carolina K Smith MD – Fotolia.com

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