Fallot’sche Tetralogie

Die Fallot’sche Tetralogie ist eine angeborene Herzfehlbildung, die sich bis auf die Arterien, die das Blut vom Herzen zur Lunge transportieren, erstreckt. Als Folge der Fallot’schen Tetralogie ist das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Deshalb ordnet man die Fallot’sche Tetralogie den zyanotischen Krankheiten zu. Bei Zyanose besteht eine so starke Sauerstoffunterversorung des Blutes, dass es zu Blaufärbungen der Fingerspitzen und des Gesichts kommen kann.

Wissenswertes

Bei der Fallot’schen Tetralogie handelt es sich um  den häufigsten zyanotischen Herzfehler. 65 Prozent der zyanotischen Herzerkrankungen sind Fallot’sche Tetralogien. Insgesamt macht die Fallot’sche Tetralogie rund 10 Prozent aller angeborenen Herzfehlbildungen aus. Jungen werden etwas häufiger mit einer Fallot’sche Tetralogie geboren als Mädchen. In der Medizin wird die Fehlbildung international oft mit ToF abgekürzt, was Tetralogy of Fallot bedeutet. Die Abkürzung ToF ist auch in Deutschland üblich. Der Name Fallot’sche Tetralogie geht zum einen auf den französischen Pathologen Fallot zurück, der die Herzfehlbildung 1888 ausführlich beschrieb. Zum anderen umfasst die Gesamtfehlbildung vier Einzelbereiche und wird deshalb Tetralogie (die aus dem griechischen stammende Vorsilbe Tetra bedeutet Vier) genannt. Die Erstbeschreibung der vierfachen Herzfehlbildung erfolgte bereits 1672 von Steno. Sollte die Fallot’sche Tetralogie unbehandelt bleiben, dann liegt die mittlere Lebenserwartung der Betroffenen bei etwa 12 Jahren.

Erscheinungsform

Die vier Komponenten, die eine Fallot’sche Tetralogie ausmachen, sind eine Fehlstellung der Aorta, eine Herzmuskelvergröerung an der rechten Herzkammer, ein Herzwanddefekt (Ventrikelseptumdefekt) und eine Verengung der Lungenarterien (Pulmonalstenose). Das diese vier Fehlbildungen gemeinsam auftreten ist kein Zufall. Aufgrund des Ventrikelseptumsdefekts reitet die Aorta über der defekten Herzscheidewand (dem Ventirkelseptum). Infolge der Verengung der zur Lunge führenden Arterie muss das Herz stärker pumpen, um den Widerstand zu überwinden. Dadurch kommt es zu einer Überbeanspruchung der rechten Herzhälfte (einer Rechtsherzhypertrophie) und der Herzmuskel vergrößert sich rechtsseitig. Liegt zusätzlich ein Vorhofseptumdefekt (Vorhofscheidewanddefekt) vor, dann handelt es sich im eine Fallot’sche Pentalogie.

Symptome, Diagnose und Behandlung

Trotz der erhöhten Herzaktivität umgeht bei der Fallot’schen Tetralogie das Blut häufig die Lunge und wird direkt wieder in den Körperkreislauf gepumpt. Je niedriger die Sauerstoffanreicherung des Blutes ist, desto stärker tritt eine Zyanose (Blausucht) ein. Dabei kommt es zur Blaufärbung der Fingerspitzen und des Kopfes. Zudem haben betroffene Babys oft mit Atemnot zu kämpfen. Treten diese Symptome auf, so wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens vorgenommen, mit deren Hilfe bei einer vorliegenden Fallot’schen Tetralogie die entsprechende Diagnose gestellt wird. Danach kann bei Babys zunächst versucht werden, durch Katheder und Erweitern der Arterie mehr Blut in die Lungen zu leiten. Danach ist jedoch eine OP mit Herz-Lungen-Maschine unumgänglich.

Leave a Comment