Persistierender Ductus Botalli

Persistierender Ductus Botalli

Foto: (c) http://www.herzklinik-muenchen.de/

Beim Fötus im Mutterleib ist der Ductus arteriosus eine normale Kurzschlussverbindung zwischen Lungenarterie und Aorta. Über diese Verbindung kann das Blut während der Schwangerschaft die Lunge umgehen. Sofort nach der Geburt, mit den ersten eigenen Atemzügen des Säuglings, schließt sich diese Verbindung automatisch. Nun wird das Blut über die Atmung mit Sauerstoff versorgt.

Besteht jedoch der angeborene Herzfehler persistierender Ductus Botalli, schließt sich diese Verbindung nicht, sondern bleibt auch nach der Geburt offen. Dadurch gelangt das Blut von der Aorta über den Ductus arteriosus zurück in den Lungenkreislauf, sodass sich der Blutfluss erhöht. Ist der Defekt sehr groß, ist eine Eisenmenger-Reaktion im Verlauf der Krankheit nicht ausgeschlossen.

Die mit dem erhöhten Blutfluss verbundene Belastung des Volumens führt zu einer Vergrößerung der linken Hälfte des Herzens. Dieser Herzfehler kommt am zweithäufigsten vor und geht oft mit anderen Fehlbildungen einher.

Symptome – persistierender Ductus Botalli

Bei Frühchen und Neugeborenen kommt es zu Atemnot und infolge der künstlichen Beatmung zu einer bronchopulmonalen Fehlentwicklung des Gewebes. Darüber hinaus gibt es Anzeichen von Herzschwäche, die sich in übermäßigem Schwitzen, in Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie zu ständig wiederkehrenden bronchopulmonalen Infekten. Bei Kleinkindern zeigt sich die Krankheit durch Kurzatmigkeit, geringe Belastbarkeit und in ständiger Müdigkeit und Erschöpfung.

Die Diagnose – persistierender Ductus Botalli

Beim Abhören des Neugeborenen kann man ein sehr eigenartiges „Maschinengeräusch“ hören. Mithilfe von Echokardiographie sowie EKG und einem Röntgenbild lässt sich die Diagnose meist eindeutig treffen. Im Zweifel wird zusätzlich eine Untersuchung mit Herzkatheter veranlasst, die dann den Herzfehler oder den pulmonalen Hochdruck zeigt.

Therapie – persistierender Ductus Botalli

Wenn der Ductus arteriosus nicht durch Medikamente zu verschlossen werden kann, kommt man um eine Operation nicht umhin. Dringend operiert werden müssen Neugeborene mit Atemnot, bei denen die Lunge zu stark belastet ist. Ist der persistierende Ductus Botalli kleiner, kann sich der Ductus auch noch im Kindesalter spontan von selbst schließen, sodass man mit einer Operation warten kann.

Sind die Kinder schon größer, wenn der Herzfehler diagnostiziert wird, setzt man Coils oder Schirmchen mithilfe eines Herzkatheters in das Gefäß ein, um den Verschluss zu bewirken. Das ist ein kleinerer Eingriff ohne Herz-Lungen-Maschine, von dem sich die kleinen Patienten relativ schnell problemlos erholen.

Bei dem sehr selten auftretenden Ductus Botalli, der mit schwerem Lungenhochdruck, nachfolgender Schädigung der Lunge einhergeht und überwiegendem Rechts-links-Shunt ist keine Operation möglich. Um das Leben des Betroffenen zu retten, kommt nur eine Herz-Lungen–Transplantation infrage.

Nach der Operation bleiben die Betroffenen in weiterer Beobachtung durch die Endokarditisprophylaxe.

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